Valentinstag – das Fest der Liebenden

Bald ist wieder Valentinstag. Endlich kommt er, der Tag für uns Verliebte. Ein ganzes Jahr mussten wir darauf warten. Lang, lang ist der letzte Valentinstag her.

Endlich habe ich wieder die Gelegenheit, mich sexy zu  kleiden, damit der beste Ehemann von allen sieht, was er für eine tolle Frau geheiratet hat. Der weltbeste Ehemann schenkt mit endlich wieder Blumen und Schmuck und macht mir eine Liebeserklärung nach der anderen. Und zum krönenden Abschluss des Valentinstages führt er mich in ein romantisches Restaurant aus. Dinner bei Kerzenschein und Musik. Haaaach……. *seufz*

So ein Quatsch!

So sind wir nicht! So werden wir niemals sein.

Der weltbeste Ehemann und ich sind anders.
Ganz anders.
Total anders.
Wir sind anders als die Leute, die anders sind.

Es kann durchaus vorkommen, dass der weltbeste Ehemann mir Blumen schenkt. Üblicherweise bekomme ich dann eine Topfpflanze, die hält länger. Das finde ich gut!
Es ist auch schon vorgekommen, dass ich Schmuck geschenkt bekommen habe.  Bei diesen Gelegenheiten gehen wir dann gemeinsam den Schmuck aussuchen. Das macht Spaß und das finde ich gut!
Es kommt auch vor, dass der weltbeste Ehemann und ich Essengehen. Das ist allerdings in der Regel nicht romantisch, das ist lecker. Essengehen ist immer sehr gut und kommt auch sehr oft vor!

Der weltbeste Ehemann und ich können total verliebt und mega romantisch auf der Couch sitzen und ineinander verliebt sein. Jeder auf seiner eigenen Couch mit mindestens zwei Meter Sicherheitsabstand.

Liebesgedöns auf dem Sofa

Bei solchen romantischen Romantisierungsgedanken, fällt mir immer folgende Begebenheit ein:
Vor einigen Jahren hatten wir Besuch. Ein Schulfreund des weltbesten Ehemannes war mit Dauerfreundin und zu dem Zeitpunkt Kurz-Ehefrau zu Besuch.
Die Beiden saßen auf unserer Couch. Der weltbeste Ehemann saß in einem Sessel und ich in einem andern, viele Meter von einander getrennt.

Das Pärchen zeigte permanent und andauernd, dass sie, auch nach Jahren des Zusammenseins, immer noch so verliebt waren und die Finger nicht voneinander lassen konnten. Händchen halten, Küsschen hier und Küsschen da.

Boar, das ist mir schon etwas auf den Keks gegangen. Da weiß man im Gespräch ja gar nicht mehr wo man hinsehen soll.

Nachdem sich der Besuch irgendwann auf den Heimweg gemacht hatte, musste ich loswerden wie sehr mich das Rumgefingere und Rumgeküsse genervt hat und irgendwie hatte mich trotzdem ein bisschen der Romantikfrust gepackt.

Darüber musste ich reden. Wir stellten fest, dass wir Zwei eigentlich keine romantischen Typen sind und wir kamen überein, dass wir auch in zwei eigenen Sesseln sehr gut glücklich miteinander sein können.

Ja, so sind wir. Jeder hat seinen Platz. Jeder von uns hat seinen eigenen Platz. Und jeder von uns hat seinen Platz in unserer Beziehung.

Mutter-Tochter-Gespräche

Vor einiger Zeit haben die Erstgeborene und ich das Thema, was ich alles tue. Was ich in der Firma tue. Was ich in der Familie tue. Und was ich in der Beziehung mit meinem Mann tue.
Des weltbesten Ehemannes erstgeborene Tochter fragte mich daraufhin, was denn ihr Vater für mich tut.

So was fragt mich meine Tochter. Allen Ernstes frag sie mich so was. Da ist mir fast die Marmelade aus dem Gesicht gefallen. Die Kinnlade heruntergeklappt. Ich war kurz vor dem Explodieren, dass mich meine Tochter fragt: „Was tut denn Papa für Dich?“.

Da stellt sich doch nur die Frage, was tut er nicht für mich?

Ich habe mein Töchterlein aufgeklärt,  dass in unserer Beziehung – also der Beziehung zwischen dem weltbesten Ehemann und mir, nicht der Beziehung zwischen der Tochter und mir  – keine große Romantikoffensive herrscht.

Aber der beste aller Ehemänner ermöglicht mir ein meistens glückliches und in der Regel zufriedenes Leben mit ihm an seiner Seite. Er unterstütz mich wo er kann. Er macht alle seltsamen Hobbies mit, die ich andauernd anfange. Er geht mit mir auf Events, auch wenn er lieber zu Hause am Computer sitzen würde, um zu zocken.
Er schenkt mir Einhörner. Er hilft mir beim Bloggen und liest alle meine Texte Korrektur, damit ich mich mit meinen Rechtschreibfehlern nicht vor meinen Lesern blamiere. Er bastelt und baut für mich Kram, wenn ich mal wieder eine neue, verrückte Idee habe.
Er veranstaltet für mich die Mega-Geburtstagsparty, wenn ich der Meinung bin, dass ich so etwas brauche. Stundenlang hat er für meine Party Musik auf Playlists zusammengestellt, die für die 10 Partys reichen.
Er hört sich geduldig, zum hundertsten Male meine Sorgen an oder wenn ich etwas auf dem Herzen habe oder genervt bin oder wenn ich einfach nur Reden will. Er hält es aus, wenn ich sauer bin und rumtobe.
Er geht mit mir Tanzen, obwohl er Tanzen eigentlich gar nicht mag. Er ist immer für mich da.
Er streitet sich mit mir, wenn ich mal wieder streitlustig bin. Er kümmert sich um mich. Er hält meine Launen aus.

Das alles und noch viel mehr tut der Papa der Erstgeborenen für mich.

Selbstverständlichkeiten?

Während unseres Gespräches stellte das Töchterlein fest, dass sie die Dinge, die ihre Eltern für einander tun, für selbstverständlich hielt. Allerdings hat sie dann auch verstanden, dass es gar nicht so selbstverständlich ist. Sie hat gelernt, dass wir in unserer Beziehung viel für einander tun.
Die tausend Kleinigkeiten, die unser Leben leichter machen. Das ist wichtig, nicht die große rosa Brille, Blumenmeere und Schmuckorgien. Wir unterstützen uns gegenseitig. Das ist wichtig. Auch wenn das den Augen Anderer nichts Besonderes ist, so machen diese Dinge doch unseren Alltag besonders.

Und ganz besonders ist für mich, er ist mein Mann und dafür bin ich dankbar.

Deshalb brauchen wir keinen Valentinstag um uns zu zeigen, was wir uns bedeuten.
Wir haben jeden Tag Valentinstag.

Und falls der weltbeste Ehemann von Allen Lust hat mir zufällig am 14. Februar ein paar Blumen mitzubringen, dann sage ich bestimmt nicht „Nein“.
Romantisch Essengehen werden wir jedoch nicht, weil da haben wir Stammtisch. Unser Stammtisch ist immer so lustig, da kommt kein Candlelightdinner gegen an. Außerdem gibt’s da lecker selbstgebrautes Bier und Riesenschnitzel.

Was will ich mehr?

Spaß mit dem Ehemann, mit Freunden und lecker Essen und Trinken. Das Leben kann so schön sein.
Und zwar jeden Tag nicht nur am Valentinstag.

Und um auf das verliebte Pärchen zurückzukommen, die haben sich drei Monate später getrennt.
Unsere Ehe hingegen wird dieses Jahr Volljährig.
Daran sieht man, jeder wie er es braucht uns wie es zu einem passt.

Wir stoßen an auf den Valentinstag
Der weltbeste Ehemann und seine Frau – auch wir können romantisch, wenn wir wollen

Wir – der weltbeste Ehemann und ich Eure Dorit – wünschen Euch einen schönen Valentinstag.

Eure Dorit

4 comments on “Valentinstag – das Fest der LiebendenAdd yours →

  1. Hey, also wenn ich das so lese, finde ich mich total wieder. Ich habe auch dieses Verständnis von – wir brauchen nicht diese Bilderbuchromantik – viel wichtiger ist doch, man unterstützt sich gegenseitig und hat ein gleiches Verständnis von vielen Dingen – wie es eben auch unter Freunden sein kann. Mir geht dieses Vorzeige-Paar-Ding eben auch gewaltig auf den Sender. Ich habe immer das Gefühl, man muss da nur etwas nach außen präsentieren, was vielleicht garnicht da ist. Ist aber vielleicht auch Geschmackssache. Ein schöner Blogpost auf jeden Fall. Liebe Grüße!

    1. Hallo Resiiilein,
      freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefällt 🙂
      Mit dem Vorzeige-Paar-Dings hast Du wirklich Recht. Dieses Theater -und ich empfinde es im Nachhinein wirklich als Schauspielerei- ist wie Vieles, dass wir derzeit täglich auf FB, Instagram oder sonstigen Plattformen sehen: Es zählt nur noch der schöne Schein.
      Ich glaube, jetzt hast Du mich auf die Ideee zu einem neuen Beitrag gebracht. Danke schön dafür 🙂

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